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LSFV-SH - Newsletter

Betreff:2017-03-21

Liebe Angelfreunde, hiermit erreicht Sie und Euch ein Sonder-Newsletter des
Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e.V. (LSFV) zum heutigen Aalbesatz.
 
Eine halbe Million Glasaale für die LSFV-Gewässer
 
Heute ist es wieder soweit. Seit Jahren besetzt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein
(LSFV SH) in großem Umfang mit vorgestreckten Aalen. Nun werden zum zweiten Mal die
Pacht- und Eigentumsgewässer des LSFV mit Glasaalen besetzt. Mehr als 165 Kilogramm der
gerade mal 0,3 Gramm schweren und 6 bis 8 Zentimeter langen Tiere sollen im Nord-Ostsee-
Kanal, im Elbe-Lübeck-Kanal, in der Elbe und in den vier von unserem Verband bewirtschafteten
Seen ausgebracht werden. Das entspricht einer Menge von insgesamt etwa 500.000 Stück. Bei
dem aktuellen Glasaalpreis haben die Tiere einen Wert von mehr als 50.000 Euro.  Die größten
Besatzmengen erhalten der Nord-Ostsee-Kanal (91,3 Kilogramm ) und die Elbe zwischen
Geesthacht und Lauenburg (40,3 Kilogramm). Geliefert werden die Aale von einem
Fischereibetrieb aus Brandenburg. Es handelt sich um Wildfänge, die von der
französischen  Atlantikküste stammen. Ziel des Besatzes ist die nachhaltige Förderung des
Aalbestands, der sich in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund einer verringerten natürlichen
Zuwanderung auch in den schleswig-holsteinischen Küsten- und Binnengewässern leider
eindeutig negativ entwickelt hat. Wir wollen fangen, also müssen wir auch unseren Teil zur
Erhaltung der Bestände beitragen!

Da die ausgewählten Gewässer sehr geeignete Lebensräume für Aale darstellen, besteht die
Hoffnung, durch den Besatz mittelfristig die Anzahl der abwandernden laichreifen Blankaale zu
erhöhen. Sollten sie ihr Laichgebiet in der Sargassosee vor der mittelamerikanischen Küste
erreichen, könnten sie für zusätzliche Nachkommenschaft sorgen, was dann wieder zu einem
vermehrten Zuwanderung von Glasaalen an den europäischen Küsten führen würde.
In den Gewässersystemen Nord-Ostsee-Kanal und Elbe-Lübeck-Kanal werden seit 2006
umfangreiche Untersuchungen zu der Wirksamkeit des Besatzes unternommen. Aus diesem
Grund werden die für diese Gewässer bestimmten Glasaale vor dem Aussetzen mit Alizarinrot
markiert. Dafür kommen sie für drei Stunden in ein Farbbad. In dieser Zeit wird das Alizarinrot
von den Tieren aufgenommen und lagert sich im Körper fest an das in den Knochen enthaltene
Calcium an. Sichtbar wird die Markierung nur, wenn man Dünnschliffe der Knochen unter einem
Spezialmikroskop betrachtet. Auf diese Weise lässt sich eindeutig bestimmen, ob ein gefangener
Aal aus dem Besatz stammt oder auf natürlichem Wege in das Gewässer gelangt ist. Alizarinrot
ist für Mensch und Tier ungiftig. Markierte Aale können bedenkenlos gegessen werden. Die
Arbeiten werden in der Fischzucht Kemnitz im Aukrug unter der Leitung des LSFV-Biologen
Rüdiger Neukamm vorgenommen.

Bei den Untersuchungen geht es nicht nur darum herauszufinden, wie groß der Anteil der
besetzten Aale am Gesamtbestand ist. Eine weitere Fragestellung ist, welche Besatzform des
Aales sich als am geeignetsten erweist. Aus diesem Grund werden die Gewässer nicht nur mit
Glasaalen sondern auch mit vorgestreckten Aalen besetzt. Voraussichtlich im Juni soll der Besatz
mit noch einmal etwa 850 Kilogramm der dann im Durchschnitt 7 Gramm schweren Tiere
erfolgen. Auch sie werden mit Alizarinrot markiert. Anhand der Lage der Markierung auf den
Knochen kann man aber sehr einfach auseinanderhalten, welche Aale als Glasaal oder als
vorgestreckter Aal besetzt worden ist. So lässt sich in wenigen Jahren feststellen, welche
Besatzform am meisten zur Bestandserhöhung beigetragen hat. Anhand dieser Erkenntnisse kann
dann der Besatz gewässerspezifisch optimiert werden.

Es werden übrigens nicht nur die Gewässer des LSFV mit markierten Aalen besetzt. Auch der
Fischer vom Wittensee und die Angelvereine Petri Heil Kiel, Möllner SFV, SAV Hamburg und
Gudower SFV beteiligen sich an dem Forschungsprojekt. Die Kosten für die begleitenden
Untersuchungen werden zu 100 Prozent aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein
und dem Europäischen Meeres- und Fischereifond (EMFF) finanziert. Der Besatz an sich wird
aus denselben Töpfen zu 60 Prozent gefördert! Der große „Rest“ kommt von den Anglern und im
Falle der beiden Kanäle über ein Sonderhegeentgelt auch von der Wasserstraßen- und
Schifffahrtsverwaltung. Fischereiausübende im Nord-Ostsee-Kanal, im Elbe-Lübeck-Kanal und
in der Elbe zahlen zudem mit dem Erwerb des Erlaubnisscheins seit 2015 einen „Aal-Euro“, der
zweckgebunden für die Förderung des Aalbestands verwendet wird. Die organisierten Angler des
Landes leisten so gemeinsam mit ihren Verpächtern bei Einsatz großer Summen und mit hohem
Arbeitsaufwand einen wichtigen Teil zur Erhaltung der Aalbestände in Schleswig-Holstein.

 12838 qm Angelfläche je 1 Cent Umlage

Mit der Angelsaison 2017 gibt es für alle LSFV-Mitglieder (mit Beitragsmarke 2017) kostenfreie Erlaubnisscheine für vier Verbandsgewässer Westensee, Schaalsee, Stolper See und Dobersdorfer See – insgesamt 1027 ha Wasserfläche. Die Erlaubnisscheine können ausschließlich über das Internet gebucht werden. Dort gibt es auch die Mietboote, für die die Gebühr mit 8 Euro am Tag weiterhin konstant geblieben ist.

Zu diesem Schritt hat sich der Landessportfischerverband entschlossen, nachdem im vergangenen Jahr der Kaufvertrag für den westlichen Westensee-Teil geschlossen worden war und die Angler für die gezahlte Umlage eine Gegenleistung erhalten sollten. „Ideen mit Erlaubnisscheinkontingenten oder einmaligen Erlaubnisscheinen für jedes Mitglied waren entweder zu kompliziert oder aus steuerlichen Gründen nicht zu realisieren“, sagt LSFV-Präsident Peter Heldt. „Darum haben wir uns im Präsidium entschlossen, das Angeln an den Seen, an denen es möglich ist, für unsere Angler grundsätzlich kostenfrei anzubieten. Nur die Bootsnutzung muß berechnet werden, um Abnutzung und Materialverluste ausgleichen zu können.“

> Weitere Informationen gibt es auf der LSFV-Seite im Internet unter www.lsfv-sh.de.

Aalbesatz 2017 auf den Weg gebracht

Seit Anfang des Jahres beschäftigen sich LSFV-Geschäftsführer Dr. Dieter Bohn und Vize-Präsident Dipl.-Biologe Rüdiger Neukamm mit dem Aalbesatz für dieses Jahr. Die Planungen sind fast abgeschlossen. Auch in diesem Jahr muss ein Teil des Besatzes, der aus Mitteln der Fischereiabgabe und EMFF-Mitteln gefördert wird, mit Glasaalen erfolgen. Am Nord-Ostsee-Kanal und am Elbe-Lübeck-Kanal werden auch wieder gefärbte Aale ausgesetzt, damit das langjährige Forschungsprojekt fortgesetzt werden kann.

Insgesamt werden rund 668.000 Glasaale für rund 65.000 Euro und etwa 447.000 vorgestreckte Aale im Wert von rund 95.000 Euro in 92 schleswig-holsteinische Gewässer entlassen. Die gesamte Planung von der Bestellung und der Lieferung über das Einfärben und Ausbringen bis zur Auswertung der Ergebnisse und schließlich der Abrechnung bringt einen großen Arbeitsaufwand mit sich. Der Lohn ist, dass die Gewässer über einen Bestand verfügen, der es nach wie vor zulässt, weiterhin auf Aal zu angeln.

 

 

Unsere Angler brauchen Eure Hilfe

In Büchen (Herzogtum Lauenburg) und Heide (Dithmarschen) haben sich die Angelvereine um Unterstützung für besondere Projekte beworben. Der ESV Büchen nimmt an einer Aktion der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg teil, um einen Zuschuss für einen barrierefreien Angelplatz zu erhalten. Zurzeit liegen die Angelfreunde des ESV Büchen relativ weit hinten und brauchen Eure Unterstützung. Weitere Infos gibt es im Internet: https://www.ksk-ratzeburg.de/gut

Die Heider Petrijünger vom Sportangelverein „Früh auf“ Heide beteiligen sich an der Sparkassenaktion 20.000 Euro für 20 tolle Projekte in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg. Mit den 1000 Euro, die es dort gibt wollen sie ein qualitativ hochwertiges Mähgerät anschaffen, um unter anderem eine Wollgraswiese im Ostroher Moor zu erhalten.

Zeigt, dass wir Angler eine starke Gemeinschaft sind und stimmt schnell ab! Die Zeit drängt, schon am 6. März endet die Frist.

 Der Hering ist da

Die Angler in Schleswig-Holstein berichten inzwischen immer wieder von Heringsfängen. Der Schwarmfisch ist an den Küsten angekommen. Allerdings weist LSFV-Biologe Rüdiger Neukamm darauf hin, dass die Fische immer noch im tiefen Wasser stehen. „Das kann sich aber jederzeit ändern. Sobald es ein paar Tage wärmer wird, können die Heringe dichter unter Land und ins flachere Wasser ziehen“, sagt Neukamm. Mit dem Heringsangeln 2017 kann es also jederzeit losgehen.

 In eigener Sache:

Die Produktion des LSFV-Jahresheftes läuft auf Hochtouren - aber noch ist nicht jede Seite belegt und der Druckschluss ist erst Ende März. Wer also noch interessante Beiträge über besondere fischereiliche Themen, anglerische Erlebnisse oder nette Berichte von außergewöhnlichen Ausflügen hat, darf diese gerne anbieten. Einfach eine E-Mail an rother@lsfv-sh.de. Eine Garantie des Abdrucks kann es aus redaktionellen Gründen nicht geben.

Die nächste Jahresversammlung des LSFV SH findet statt am Sonntag, 21. Mai 2017, in Nortorf.

Mit herzlichem Petri Heil

Sönke Rother